Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz trat am 28.06.25 in Kraft!

Audiodeskriptionen beschreiben, was in einem Film oder Video zu sehen ist. So können auch Menschen mit einer Sehbehinderung die Inhalte gleichberechtigt und selbstständig wahrnehmen. Audiodeskriptionen können aber auch reale Orte neu erlebbar machen.

Im Kunstverein Hannover haben wir für die vom 28. März bis zum 19. Juli 2026 laufende Ausstellung „Under the Milky Way“ eine Audiodeskription erstellt, die die üblichen beschreibenden Elemente einer Audiodeskription mit Aspekten eines klassischen erklärenden Audioguides verbindet. Dadurch können sowohl Menschen mit Sehbehinderungen als auch Menschen ohne Sehbehinderungen die Audiodeskription nutzen, und tun das – wie sich in der Vergangenheit bereits in anderen Projekten gezeigt hat – auch gerne. Hier finden Sie weitere Informationen über die Ausstellung „Under the Milky Way“.

Wie haben wir die Audiodeskription erstellt?

Zu Beginn stand natürlich eine Begehung der Räume an, um ein Gefühl für die finale Ausstellung zu bekommen. Viele Kunstwerke waren bereits vorhanden, sodass wir die Örtlichkeiten und die Wirkungen der Installationen mithilfe von Foto- und Videoaufnahmen festhalten konnten. Der Direktor und Kurator der Ausstellung Christoph Platz-Gallus hat uns durch die Räume geführt und uns so einen unmittelbaren Zugang zur Ausstellung und den zugrundeliegenden Ideen ermöglicht.

Im Anschluss daran haben wir den ersten Entwurf der Audiodeskription erstellt. Um einen möglichst umfassenden Eindruck der Ausstellung zu bekommen, haben wir vom Kunstverein zusätzliches Material zu den Kunstschaffenden bekommen. Beschreibungen der Räume und der Kunstwerke haben wir mit Informationen und teilweise auch Interpretationen aus zur Ausstellung zugehörigen Infomaterialien ergänzt, sodass ein rundes Gesamtbild der Ausstellung entsteht.

Mitarbeitende des Kunstvereins sowie eine blinde Person haben den Entwurf dann gegengelesen und Korrekturen und Anmerkungen gesammelt: Welche Informationen fehlen noch, um sich die Ausstellungsräume besser vorstellen zu können? Wo sollte noch mehr beschrieben werden? Sind alle Kunstschaffenden und Kunstwerke korrekt benannt? Ist der Fokus richtig gesetzt?

Dieses Feedback haben wir anschließend eingearbeitet und die finale Version dem Kunstverein zur Verfügung gestellt. Die Vertonung hat der Kunstverein selbst übernommen.

Hier finden Sie die Audiodeskription für die Ausstellung „Under the Milky Way“.

Was ist uns beim Kunstverein im Hinblick auf Barrierefreiheit noch positiv aufgefallen?

Neben dieser von uns erstellten Audiodeskription bietet der Kunstverein Hannover auch Ausstellungsrundgänge in einfacher Sprache an. Ab 3 teilnehmenden Personen können Sie dieses Angebot anfragen.

Assistenzpersonen erhalten kostenlosen Eintritt. Assistenzhunde dürfen mit in die Ausstellungsräume.

Ein taktiles Bodenleitsystem führt durch die Ausstellung. Dieses Bodenleitsystem ist gleichzeitig eine fortlaufende künstlerische Arbeit vom Künstler Peter Schloss. Die einzelnen Beiträge werden seit 2024 unter dem Namen „This Way“ individuell für die Ausstellungen im Kunstverein Hannover entworfen. Das Konzept ist im Austausch mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V. entstanden. Hier finden Sie weitere Informationen zum Bodenleitsystem.