Alternative Formen zur Verständigung

Unterstützte Kommunikation

Unterstützte Kommunikation (UK) beschreibt alle Kommunikationsformen für Menschen, die eine schwer verständliche, eingeschränkte oder keine Lautsprache haben. UK ist nicht auf eine Altersklasse beschränkt, sondern ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Bei einigen wird sie nur kurzweilig verwendet (z.B. bei Menschen mit Schlaganfällen oder als kurzfristige Unterstützung in der Entwicklung der Lautsprache bei Kindern), andere Menschen unterstützt sie ein Leben lang.

Bei der UK unterscheidet man zwischen körpereigenen und körperfernen Kommunikationsformen. Körpereigene Kommunikationsformen sind alle Formen, für die nur der eigene Körper benötigt wird. Mimik, Körperhaltung, Gesten, Gebärden etc. Körperferne Kommunikationsformen sind elektronische oder nicht-elektronische Hilfen wie z.B. Gegenstände, Symboltafeln oder Bilder.

Mit UK können Betroffene sich selbstständig ausdrücken und erweitern so ihren Handlungsraum. UK ist sehr individuell und wird auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Einzelperson zugeschnitten. So kann UK dabei helfen, sich auszudrücken, den Spracherwerb oder Wiedererwerb zu unterstützen, die bereits vorhandene Sprache zu unterstützen oder als Ersatzsprache dienen.

Lormen

Das Lorm-Alphabet ist ein Tast-Alphabet für Taubblinde, bei dem einzelne Buchstaben als bestimmte Form festgelegt sind und in der Hand gemalt werden. Lormen ist auch ein Teil der Unterstützten Kommunikation.

Hieronymus Lorm (Pseudonym des Schriftstellers Heinrich Landesmann) ertaubte als Jugendlicher und verlor als Erwachsener nach langsamer Erblindung sein Augenlicht. Aufgrund seiner eigenen Erkrankung erfand er das Tast-Alphabet. Seine Frau und seine Tochter erlernten es ebenfalls und dienten so als Verbindung zur Außenwelt für Hieronymus. Nach seinem Tod 1908 überarbeitet seine Tochter Marie Landesmann das Alphabet und veröffentlichte es.

Heute ist das Lormen eine schnelle und effiziente Art der Kommunikation für taubblinde Menschen. Meistens ist es aber nicht die Muttersprache der Taubblinden, das ist oft die taktile Gebärdensprache. Eine Art der Gebärdensprache, bei der die taubblinde Person ihre Hände auf die Hände der sprechenden Person legt und so die Form und Bewegung der Gebärden nachempfinden kann.

Braille-Schrift

Die Braille-Schrift ist eine taktile Punktschrift, die international von blinden und stark sehbehinderten Menschen zum Lesen genutzt wird.

Der Erfinder der Braille-Schrift heißt Louis Braille. Der Franzose verletzte sich mit 3 Jahren in der Werkstatt seines Vaters am Auge, welches sich entzündete. Die Entzündung ging auf das andere Auge über und Braille erblindete mit fünf Jahren auf beiden Augen.

Der wissbegierige Louis Braille wollte aber nicht aufs Lesen verzichten und entwickelte die Blindenschrift aus verschiedenen anderen Kommunikationssystemen (Setzkasten, System des Militärs mit Punkten und Silben). 1825 hatte Louis Braille, jetzt 16 Jahre alt, seine Blindenschrift fertiggestellt. Die Schrift besteht aus sechs Punkten, die drei Punkte hoch und zwei Punkte breit angeordnet sind, bilden die Grundlage des Systems. Diese Punkte können unterschiedlich kombiniert werden und so für die einzelnen Buchstaben unseres Alphabets, für Silben oder für Sonderzeichen stehen.

Das System setzte sich aber lange nicht durch, Menschen glaubten Louis Braille nicht, dass er so schnell lesen und schreiben konnte wie mit normaler Schrift. Die Blindenschrift wurde an der Schule verboten, weil man dachte, dass sich Blinde damit von den Sehende isolierten.

1828 entwickelte Louis Braille eine Notenschrift, mit der Blinde Noten lesen konnten. Erst 1850 wurde die Schrift offiziell an Blindenschulen genutzt, zwei Jahre später starb Braille an Tuberkulose.

In Deutschland wurde die Blindenschrift 1879 eingeführt.

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